• 02Nov
    Kategorie: Aktuelles

    80 Jugendliche aus Bayern und Österreich überzeugten mit handwerklichem Geschick und großer Einsatzfreude

    Die größte österreichische Jugend-Sozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ machte heuer bei der Ruine Falkenstein Station. 20 Begleiter und Betreuer waren vom 21. Bis 24. Oktober 2010 von der Kreativität, der hohen Motivation und dem praktischen Geschick der 80 Burschen und Mädchen begeistert. Ohne Kompromiss wurden Steinmauern errichtet und verfugt, gefährliche Areale für RuinenbesucherInnen abgesichert, hohe Mauern eingerüstet, sichere Gehwege angelegt und ein wetterfester BesucherInnen-Unterstand mit Feuerstelle errichtet. Als Draufgabe wurde ein historischer Kalkbrandofen 72 Stunden Tag und Nacht beheizt und überwacht.

    Krönung der Jugendarbeit war die Errichtung eines wetterfesten Unterstandes mit Feuerstelle für die RuinenbesucherInnen.

    Den Tupfen auf dem I bei der 72 Stunden-Arbeit der Jugend bildete die Errichtung eines wettersicheren BesucherInnen-Unterstandes mit einer einladenden Feuerstelle. Familien mit Kindern haben dadurch zukünftig einen sicheren Erlebnisbereich zur Verfügung. Sogar während der Nachtstunden hielten die hoch motivierten Jugendlichen aus Bayern und dem Bezirk Rohrbach nicht still und versammelten sich abwechselnd in Gruppen vor dem 72 Stunden lang in Betrieb stehenden Kalkbrandofen beim Meierhof. Brennholz wurde zum Ofen geschleppt und kräftig eingeheizt. „Schade, dass diese super Aktion nur 72 Stunden dauert. Wir möchten gerne eine ganze Woche lang in der Ruine arbeiten“, meldeten sich viele Burschen und Mädchen zu Wort.

    Großes Augenmerk zogen die Schüler der bayerischen Sportmittelschule Hauzenberg auf sich. Mit ihrem in Zimmermannsarbeiten bestens versierten Fachlehrer Schläfke erweckten sie zeitweise den Eindruck einer eingesessenen Zimmermannspartie. Hand in Hand produzierte eine zweite Gruppe junger Spezialisten einen ritterlichen Speisetisch mit einladenden Bänken für Jause und Geselligkeit inmitten Jahrhunderte alter Steinmauern. Jugendbetreuer Wolfgang Thaller begleitete diese gemischte bayerisch/österreichische Tischler- und Schreinertruppe bei ihrer kreativen Projektarbeit. Bänke und Tische aus selbst geschlägerten Eschenstämmen passen sich perfekt der idyllischen Umgebung aus Naturwald und mittelalterlichem Mauerwerk an.

    Kalkbrenner-Original Alois Vösenhuber aus Steyr fühlte sich unter den vielen Jugendlichen Wohl als wären es alte SchulkollegInnen

    Der Flusskiesel-Kalkbrenner erklärte den Jugendlichen die Hintergründe seiner Arbeit und die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten für das hochwertige Naturprodukt Kalk. Restaurator Philipp Ritt aus Wegscheid vermittelte einer Gruppe Jugendlicher das Jahrhunderte alte Wissen, wie man aus Topfen und Kalk kreative farbenprächtige dreidimensionale Kunstwerke und Figuren herstellen kann. Burschen und Mädchen waren gleichermaßen davon begeistert.

    Die Maurerpoliere Rudolf Dieplinger und Gerhard Strasser schafften es, aus Schülern stolze Natursteinmaurer zu machen. „Besonders die Mädchen überraschten mit ihrem guten Auge für den richtigen Stein an der passenden Stelle“, zeigten sich beide begeistert. DI Robert Wacha führte mit seiner Kollegin Ulrike Breitwieser vom Bundesdenkmalamt die Jugendlichen mit großem Engagement in die Kunst des Verfugens historischer Mauerwerke ein. Die Hofkirchner Leopold Raab sen., ‚Anton Pühringer und Martin Hain stellten sich dem Projekt als Fachleute im Umgang mit Motorsäge, Zimmermannsbeil und Hobel zur Verfügung. Der Neustifter Baggerunternehmer Helmut Gradwohl stellte Bagger und Traktorgespann kostenlos zur Verfügung. Am Gemeindeamt richtete eine kleine Mediengruppe der Jugendlichen ihre Kommandozentrale ein und ein dreiköpfiges Organisationsteam bemühte sich nach besten Kräften, alle benötigten Materialien und Werkzeuge möglichst schnell zum jeweiligen Einsatzort zu bringen. Baumeister Thomas Rosenberger aus Altenhof sowie das Sarleinsbacher Bauunternehmen Naturbaustoffe Scharinger unterstützten die Jugendlichen mit diversen Materialbeistellungen, mit persönlichem Know-How und mit Fachleuten ihrer Unternehmen. Der Hofkirchner Landwirt Alois Mairhofer transportierte Bauholz und unterstützte bei der Holzschlägerung an gefährlicher Stelle. Neben viel Arbeit gab es für die aktiven Jugendlichen bei einem nächtlichen Fackelzug, einem Lichterlabyrinth und einem Ritterfest auch genügend Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen und für Geselligkeit. Claudia u. Michael Woldan sowie Petra Pühringer und Julia Falkner vom Hofkirchner Labyrinthverein stellten sich den jungen Akteuren zur Verfügung.

    Hofkirchen sorgte bestens für das leibliche Wohl der 80 Jugendlichen samt Begleitern

    Die Marktgemeinde Hofkirchen i.M. kümmerte sich um die Beherbergung und die Verpflegung der Jugendlichen mit  ihren BetreuerInnen. In Zusammenarbeit mit Gastwirt Josef Barth, Schulköchin Helga Schlagitweit und Ortsbäuerin Edeltraud Mairhofer konnte diese Aufgabe bestens gemeistert werden. Die Landfrisch-Molkerei Rohrbach unterstützte mit gesunden Milchprodukten und Rosa Baumann sowie das Ehepaar Anna und Ludwig Lanzerstorfer aus Hofkirchen i.M. versorgten die fleißigen Jugendlichen ohne Kompromiss mit heißem Tee und Kuchenspezialitäten. Für unkomplizierte Mobilität zwischen Unterkunft und Baustelle zeichnete der Taxiunternehmer Josef Heinzl aus Pfarrkirchen i.M. mit großer Flexibilität verantwortlich. Ganz wichtig war auch der Kleinbus der Bioschule Schlägl. Direktor Johann Gaisberger stellte das Fahrzeug während der gesamten Aktionszeit kostenlos zur Verfügung.

    Der Passauer Kulturstadtrat und Funktionär des Rotary-Clubs Passau-Dreiflüssestadt  Matthias Koopmann zeichnete für die Rekrutierung der bayerischen Jugendlichen verantwortlich. Konrektorin Iris Stephan und Rektor Johann Simmerl von der Sportmittelschule Hauzenberg sorgten für die Teilnahme ihrer Schüler bei der Jugendaktion in Falkenstein. Bewohner des Arcus-Behindertenwohnhauses Falkenstein arbeiteten bei den Steinmaurerarbeiten begeistert mit und Jugendliche aus einer bayerischen Heilanstalt für Suchtkranke leisteten tolle Arbeit während der 72-Stunden-Aktion. Die Europäische Union und das Regionalmanagement Mühlviertel unterstützen die Aktion mit Fördergeld aus dem Interreg-Programm. Die Sparkasse Mühlviertel West, die Raiffeisenbank Donau-Ameisberg, die BAWAG-PSK, die Bank Austria Unicredit Group sowie die Schlosserei Meisl aus Grein und das Linzer Architekturbüro Eitler & Partner trugen neben einigen privaten Personen zur Finanzierung ohne Kompromiss bei. Abt Martin Felhofer vom Stift Schlägl stellte den Jugendlichen ein Spanferkel zur Verfügung.